• Fritz

Bau des Freedom 15'

Ziel war der Bau eines leichten Freizeitkanadiers für kurzere Paddelausflüge auf dem Chiemsee. Wir entschieden uns für den Entwurf des Freedom 15' von Steve Killing. Durch seine leicht asymmetrische Form lässt er sich auch alleine gut paddeln. Der breite Rumpf sorgt für Stabilität und eignet sich auch gut für Paddelanfänger. Der leicht V-Förmige Rumpf und der geringe Kielsprung verleihen dem Kanadier einen guten Geradeauslauf auf Seen.

Im Holzhandel herrscht meist Stress. Man soll von oben kaufen, die Beleuchtung ist meist schummerig, wenig Zeit für eine überlegte Holzwahl. Mit Trinkgeldern lässt sich oft viel erreichen. Trotzdem bleibt der Holzkauf zu einem kleinen Teil eine Überraschungsveranstaltung. Beim Aufsägen der Bretter sollte man die Leisten vorsichtshalber chronologisch markieren, um sie später wieder der Maserung entsprechend anordnen zu können. Die beiden Bretter, die ich für diesen Kanadier kaufte, ließen einen leichten Farbverlauf im Rumpf zu. Das Holz hatte eine sehr homogene und enge Maserung, jedoch unterschiedliche Helligkeiten. Ich legte die gesägten Leisten alle nebeneinander am Boden aus und sortierte sie entsprechend. Von den Süllrändern zum Kiel wollte ich die Leisten dunkler werden lassen. Eine Zierleiste aus sehr dunklen Red-Cedar-Leisten, die ich noch vom Bau des Seekajaks über hatte, wird die Seiten des Kanadiers auflockern. Die hellen Süllränder, Decks und Sitze aus Esche bilden zum dunklen Rumpf einen schönen Kontrast.




Die Leisten brachten wir diesmal, anders als beim Wabnaki, mit kurzen Leistenabschnitten an, die in die Spanten geschraubt wurden und die frisch verleimten Leisten an Ort und Stelle hielten. Zusätzlich kam Malerkrepp zum Einsatz, um einen größeren Anpressdruck beim Verleimen aufzubringen.Aufgrund der leichten V-Form des Rumpfes, beplankten wir diesen nicht nur von den Süllrändern Richtung Kiel, sondern fingen gleichzeitig auch vom Kiel aus an zu beplanken. Dies hat den Vorteil, dass man theoretisch immer 4 statt 2 Leisten gleichzeitig anbringen kann und somit nicht so lange auf die Trocknung des Leims warten muss. Die Steven wurden schließlich mit Eschenleisten verstärkt, die passgenau in eine gefräste Nut eingelassen wurden. Die Innensteven wurden im Gegensatz zum Wabnaki auch aus Red Cedar gefertigt, was die Bearbeitung beim Beplanken um einiges erleichterte. Auf die Schritte des Schleifens und Laminierens des Rumpfes möchte ich hier nicht weiter eingehen (siehe Blog 2015 - Bau des Wabnaki).

Die inneren Wegerleisten wurden zuerst mit Epoxidharz eingeklebt. Anschließend wurden die kleinen Decks von außen mit Holzdübeln befestigt und an die Innenweger geleimt. Schließlich wurden die Außenweger mit Epoxidharz verklebt und zusätzlich mit V4A-Schrauben verschraubt. Die Schraublöcher wurden anschließend mit Holzdübeln verschlossen und beigeschliffen. Zum Einbau der Sitze wurden Löcher durch den Innenweger gebort und eine Edelstahl-Gewinde-stange eingelassen. Die Bohrlöcher wurden mit Holzdübeln verschlossen und beigeschliffen. Um die Sitze auf die richtige Höhe zu bringen, kamen gedrechselte Eschenrundhölzer zum Einsatz, durch die die Gewindestange geführt wurde.


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